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   Saubere HändeWo passiert was? MedienProfilChristian Rainer
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From: "Bernhard Lassy"
Date:
Tue, 24 Mar 2009 05:06:11 +0100

To:
<
christian.rainer@mobileemail.vodafone.at>
Subject: Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009

 

Werter Herr Dr. Rainer,

könnten Sie mir bitte die Informationen bereitstellen, die für Sie den mit Arbeitnehmern  vergleichbaren Zeitaufwand von Lehrerinnen plausibel macht. Sie können meinen Horizont sicher erhellen.

 

Es gibt grob folgende Fakten, Feiertage sind nicht extra ausgewiesen, da diese für Lehrer und andere gelten:

 

 Arbeitsjahr: 52 Wochen = 260 Arbeitstage

 

Ferien:

  •  Weihnachtsferien 10 Tage
  •  Semesterferien 5 Tage
  •  Osterferien 6 Tage
  •  Pfingstferien 1 Tag
  •  Allerseelen 1 Tag
  •  Sommerferien 45 Tage
  •  Schulautonome Tage ??
  •  Summe 68 Tage

 

Urlaub Annahme eines Durchschnitts - oder sogar über den Durchschnitt:

  • 25 Arbeitstage

 

Lehrverpflichtung Lehrer (20 Stunden / Woche): (260 - 68) * 4 = 768 Stunden  Arbeitszeit

durchschnittlicher Arbeitnehmer: (260 - 25) * 8 = 1880 Stunden

 

Die Lehrverpflichtung macht daher rund 41% der Arbeitszeit eines durchschnittlichen Arbeitnehmers aus. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass 59% des angeblich gleichen Aufwandes für organisatorische "Nebengeräusche" aufgewendet wird. Klar gibt, es auch andere Verpflichtungen auch aber sollte es tatsächlich so sein, dann gibt es ein krasses Missverhältnis zwischen Lehrtätigkeit und der organisatorischen Tätigkeit. Die Argumentation der komplexen Arbeit kann ich so nicht gelten lassen, es gibt genügend andere Berufe die vergleichbares abverlangen wie Journalismus, Politiker, Mediziner,  Polizei, Pflegepersonal, IT-Personal, Einsatzfahrer, Chauffeure etc. Auch von der Reputation gibt es Berufe die sehr schlecht dastehen wie Reinigungspersonal, Müllabfuhr, Leichenbestattung  und andere, dass ist sicher auch kein Argument da Lehrer eindeutig ein unvergleichlich höheres Ansehen genießen.

 

Der Aufwand für Fortbildung hält sich häufig in Grenzen, ich hatte gerade letztes Jahr mit einer Lehrerin meines Sohnes zu tun, die laut Ihrer eigenen Direktorin auf einem pädagogischen Stand von vor 30 Jahren steht. An Fortbildungsmöglichkeiten fehlte es sicher nicht. Auch den Aufwand für Vorbereitungszeit glaube ich nicht, zu oft wird Jahr für Jahr das gleiche Material bei neuen Schülern eingesetzt. Es gibt genügend Fächer bei denen es keine gravierenden Änderungen gibt die jedes Jahr eine komplett neue aufwendige Vorbereitung abverlangt.

 

Es gibt natürlich ganz tolle engagierte LehrerInnen, aber das ist sicher nicht die Mehrheit.

 

Mir ist es auch total unverständlich, dass es bis heute keine vergleichbaren öffentlich zugängliche Daten über die Lehrqualität gibt, die schließlich von allen Steuerzahlern zu finanzieren ist.

Warum gibt es keine Möglichkeit eines geregelten Feedbacks durch Schüler und Eltern für Lehrtätigkeit in Form von Erhebungsbögen, wie es so schön im englisch-deutschen Kauderwelsch heißt. Diese Möglichkeit würde sicher die Qualität der Lehrtätigkeit verbessern und vieles für Steuerzahler nachvollziehbar machen. Wie sieht es mit einem Qualifikationsnachweis durch laufende Fortbildung aus? Weiters erfolgt Fortbildung häufig während der normalen Unterrichtszeit, ich kann mich noch ganz gut an Vertretungen erinnern, da der jeweilige Lehrer sich bei einem Seminar fortbildete. Es wird daher nicht unbedingt die "Ferienzeit" für Fortbildung aufgewendet sondern auch normale Unterrichtszeit gekürzt.

 

Frau Dr. Schmieds Ansatz zeigt sicher in die richtige Richtung, es gibt aber nur eine minimale Veränderung von 41% auf 45% des Zeitaufwandes für Lehrtätigkeit im Vergleich zur Arbeitszeit eines

durchschnittlichen Arbeitsnehmers. Die angeblich untragbare Mehrleistung lässt sich sicher auf der organisatorischen Seite durch Effizienzsteigerung bei weitem ausgleichen sollte diese im genannten

Ausmaß überhaupt existieren. Es ist auf jeden Fall 100%tig richtig mehr Lehrtätigkeit durchsetzen zu wollen statt die Zeit angeblich mit organisatorischen Themen zu verbrauchen, es geht doch um eine gute Zukunft für die Kinder.

 

Ich wäre Ihnen daher aufs höchste verbunden wenn Sie die mir und auch sicher vielen anderen verborgen gebliebenen Fakten benennen können die es Ihnen ermöglicht den Zeitaufwand für LehrerInnen plausibel mit dem Aufwand durchschnittlicher ArbeitnehmerInnen vergleichen zu können. In meiner beschränkten Sichtweise ist es mir leider momentan nicht möglich die Jammerei bezüglich unzumutbarer Mehrbelastung nachzuvollziehen. Ich zähle daher ganz besonders auf Ihre Daten die Sie sicher haben, denn ohne diese hätten Sie als verantwortungsvoller Journalist sicher diesen Leitartikel nicht so geschrieben.

 

mit freundlichen Grüßen

Bernhard Lassy


 

 

 

Von: "rainer christian" <rainer.christian@profil.at>
Gesendet: 24.03.09 08:49:39
An: "Bernhard Lassy"
Betreff: AW: Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009

Die arbeitszeiten sind mehrfach erhoben worden, die zahlen oeffentlich und halbwegs plausibel. Habe sie hier in zuers nicht dabei.

Mfg rai


 

 

From: Bernhard Lassy
Sent: Montag, 27. April 2009 15:26
To: rainer.christian@profil.at
Subject: Re: Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009

Guten Tag Herr Dr. Rainer,
ich warte nun seit einem Monat auf die Ihnen zur Verfügung stehenden Daten habe aber noch nichts bekommen.


Werden Sie mir die Unterlagen noch zukommen lassen oder muss ich was ich fast befürchte Sie als Dampfplauderer, der seine unfundierte Privatmeinung als Profilleitartikel verbreitet, einordnen. Ich hoffe noch immer dass das nicht so ist.


mit freundlichen Grüßen
Bernhard Lassy

 


 

 

 

From: rainer christian [mailto:rainer.christian@profil.at]
Sent: Montag, 27. April 2009 16:23
To: Bernhard Lascy
Subject: AW: Re: Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009

 

Ich habe keine ahnung, wovon sie sprechen. Aber wenn sie mich fuer einen dampfplauderer halten, dann lassen wir es der einfacvhheit halber ganz einfach bei ihrem urteil! :-)

mfg rai
P.s.: falls es um die lehrerarbeitszeiten geht - die sind inzwischen laengst mehrfach online.


 

 

 

From: Bernhard Lassy
Sent: Mittwoch, 29. April 2009 08:14
To: rainer.christian@profil.at
Subject: Quellen ? Recherche? Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009

 

Guten Morgen Herr Dr. Rainer,

ich muss wohl Ihr Verhalten nicht verstehen. Ich habe jedenfalls die Auffassung, dass nachvollziehbare Quellenangabe in eine Qualitätszeitschrift rein gehören.

Sie wissen aber sicher selbst, dass dieser Artikel auf Grund der Unvollständigkeit kein Glanzstück war  -  so etwas findet man sonst eher in der Krone. Ich will das so nicht akzeptieren da ich das Profilabo dann eigentlich stornieren müsste  -  meine Anforderung an eine Qualitätszeitschrift wären überzogen und das Abo das Geld nicht wert.

 

"falls es um die lehrerarbeitszeiten geht - die sind inzwischen  laengst mehrfach online " - das ist eben nicht so bzw. nicht wirklich nachvollziehbar.

 

Das was zu finden ist geht ungefähr in die Richtung wie ich es gerechnet habe. Unter http://www.zalbs.salzburg.at/archiv/lehrerarbeitszeit.htm ist die einzige Information die ich gefunden habe.

 

  • Unterricht *)      20 h 36 min  41 %
  • Vorbereitung     10 h 07 min  20 %
  • Nachbereitung    4 h 12 min  8 %
  • weitere Tätigkeiten die auf die Lehrverpflichtung zählen   2 h 55 min  6 %
  • sonstige Tätigkeiten  1 h 47 min  4 %
  • sonstige täglich oder wöchentlich anfallende Tätigkleiten  1 h 57 min  4 % sonstige wiederkehrende Tätigkeiten  1 h 50 min  4 %
  • Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen            1 h 32 min  3 %
  • Fort- und Weiterbildung **)         5 h 01 min  10 %

 

Nur solche Zahlen sind schwer nachvollziehbar, 

  • 5 Stunden Fortbildung pro Woche also mehr als 10% der Arbeitszeit die Sie als plausibel annehmen?
  • sonstige täglich, wöchentlich, wiederkehrende, weitere Tätigkeiten ?
  • die Vorbereitung mag vereinzelt und vor allem für jüngere Lehrer für einzelne Fächer stimmen
  • die Nachbereitung mag für einzelne Fächer stimmen

 

Vielleicht mag das für manche nachvollziehbar sein, es klingt aber stark nach "österr. Verwaltungssucht" wenn Lehrer an die 60% und mehr mit Tätigkeiten zubringen um dann unterrichten zu können - das klingt zumindest grob ineffizient und auf Kosten von Wissensvermittlung.

 

*******************

Bei Ihrem Leitartikel wäre es wohl nicht zu viel erwartet gewesen, einen sauber recherchierten Artikel zu diesem Thema in der gleichen Ausgabe zu finden.

So war das nur ein Auslöser um ein großes Gejammere anzustimmen über das "ungerechte Bild" der Lehrer in der Gesellschaft  -  und das findet man halt eher in anderen Periodika.

 

mit freundlichen Grüßen

Bernhard Lassy


 

 

 

From: rainer.christian@profil.at [mailto:rainer.christian@profil.at]
Sent: Mittwoch, 29. April 2009 10:48
To: Bernhard Lascy
Subject: Gelesen: Quellen ? Recherche? Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009

 

Your messageTo:      rainer christianSubject: Quellen ? Recherche? Leitartikel Lehrer Teil 2 / Profil 13-2009Sent:    Wed, 29 Apr 2009 08:13:51 +0200

was read on Wed, 29 Apr 2009 10:47:57 +0200

 

 

Danach war Funkstille   -   Dr. Rainer lieferte niemals die Daten die eingentlich einem Leitartikel zu Grunde liegen müssten. Mein persönlicher Eindruck ist eher der, Dr. Rainer hat irgendwie ein Nahverhältnis zu lehrenden Personen und hat halt seine unfundierte Privatmeinung in einem Leitartikel des Profil verpakt.

 

 

 


 

From: Bernhard Lassy
Sent: Dienstag, 30. November 2010 08:38
To: 'christian.rainer@profil.at'
Subject: Leitartikel Profil 48/2010

 

Vielen Dank für den ausgezeichneten Artikel und dem mir bisher nicht bekannten Begriff "politisches Masturbationsritual" =;-). Mit diesem Artikel treffen Sie im Gegenteil zur seinerzeitigen Lehrerdiskussion punktgenau ins Schwarze.

 

mit freundlichen Grüßen

Bernhard Lassy

________________________________________________________________________

Ing. Bernhard Lassy, MSc(OU)

+43(699) 1005 6327


 

 

 

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