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   Saubere HändeWo passiert was? MedienProfilKarin Cerny
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Gesendet: Samstag, 11. August 2012 um 23:31 Uhr
Von: "Bernhard Lassy"
An: christian.schober@wu.ac.at, karin.cerny@profil.at
Betreff: Evalutation Theaterreform - Profil 28/2012 Seiten 94/95

Sehr geehrter Herr Dr. Schober, sehr geehrte Frau Cerny,
ich habe nach meinem Urlaub gerade im Profil den Bericht über die von Ihnen und Ihren Mitarbeitern erstellte Studie zur Theaterreform gelesen ( da die Mailadresse von Frau Cerny nur ein Rateversuch ist, bitte ich um Weiterleitung an Frau Cerny, falls diese falsch sein sollte ).

Enthält der Bericht z.B. Informationen über die Geschehnisse rund um das "Theater des Augenblicks" im 18. Bezirk? Viel hat man nicht gehört, Gerüchte gab es über bis zu mehreren 100.000€ "Entschädigung" die an die Managerin Frau Gxxx bezahlt worden sein sollen, damit Sie im Zuge der Theaterreform geht. Interessant ist, dass das Theater mit Mitteln der Stadt Wien, natürlich unter großem Einsatz von Frau Gxxxx und ihrem Team, aufgebaut wurde. Am Ende gab es eine kurze Übergangsphase in der der Verein dasKunst als Nachfolger das Theater übernehmen hätte können und wollen. DasKunst hat das Theater rund ein Jahr geführt. Letztendlich hat Frau Gxxxx aber das Theater statt zu übergeben komplett zerstört, wirklich einfach demoliert und damit unbespielbar gemacht. Man darf davon ausgehen, dass dieses Geld und der verlorene Spielplatz allen anderen fehlt oder gibt es da einen weiteren speziellen Topf aus dem solche Geldverschwendung finanziert werden kann?

Interessant finde ich im Profil die die Passage "Ein überraschender Befund ist für Evaluationsleiter Schober die geringe Anzahl an Aufführungen je Produktion." sowie "Der Gestaltungspielraum der Bundesländer endet an den Grenzen."

Der MA7 entgeht natürlich einiges an Datenmaterial das vermutlich auch bei Ihren Evaluationen fehlt und zwar aus folgendem Grund. Die Kuratoren haben keinen nachvollziehbaren Bewertungskatalog entwickelt der Bewertung von Projekten ohne Beeinflussung durch sehr persönlichen Geschmäcker der einzelnen Kuratoren ermöglicht. Vermutlich gibt es kein Datenmaterial über alle evaluierten Projekte die nach einem nachvollziehbaren Kriterienkatalog bewertet wurden.

Ich darf Ihnen Beispielhaft den Verein Cocon nennen, der in den letzten Jahren praktisch ohne Unterstützung der MA7 auskommen mußte, seine Produktion dennoch österreichweit aufführen konnte, da man bundesländerübergreifend Budgets aufstellen konnte. 2012 gab es eine Einladung zum internationalen Theaterfestival in Ankara, nur die Wiener Kulturabteilung MA7 "bemerkt" auf Grund der Entscheidungen der Kuratoren nichts davon.

Die Projekte samt ORF-Dokumentationen finden Sie hier.

www.cocon-kultur.com/typo3/projekte/trilogie-daheimatlos/

Beispielhaft darf ich Ihnen auch ein Besprechungsprotokoll zeigen, welches zeigt wie man seitens der Kuratoren ohne nachvollziehbaren Kriterienkatalog offenbar aus dem Bauch heraus argumentiert und sich dabei noch selbst widerspricht. Wie viele interessante Produktionen dadurch abgewürgt wurden lässt sich sicher nicht einfach feststellen. Ich kann mir vorstellen dass einiges auf der Strecke blieb was bei einer sauberen Bewertung förderungswürdig gewesen wäre, insbesondere dann wenn man sich ansieht was alles gefördert wurde. Die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen ist jedenfalls nicht gegeben. Dass die Kuratoren auf Grund fehlenden Weitblicks und offenbar auch ohne Gespür für internationale Trends fade mutlose Entscheidungen treffen ist einfach schade.

www.cocon-kultur.com/typo3/projekte/yggdrasil/

www.cocon-kultur.com/typo3/fileadmin/2006_03_14_Protokoll_Gespr%E4ch_mit_Kuratoren_SIG.pdf

Dieses Mail ist übrigens nicht im Auftrag von Cocon geschrieben oder stellt die Meinung von Cocon dar, es ist meine rein persönliche Meinung über die ich hier schreibe.

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Beste Grüße
Bernhard Lassy


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