20 November 2017    
 
 
 
 
 
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   Saubere HändeWo passiert was? ImmobilienFall Wohlmetzberger2008-12-09 Das System NÖV-AG
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung

Das System der Niederösterreichischen oder: Von der Versicherung zur VerUNsicherung

Bisher galt es eher als ein Vorteil, wenn man im Mietshaus einer Versicherung wohnte. Diese galten als seriös, ließen ihre Häuser nicht verfallen und pflegten mit ihren Mietern einen eher kommoden Umgang. Die Probleme hielten sich also in Grenzen. Auch bei der Uniqa, der Vorbesitzerin bis Ende 2004, war dem so. Seit die Niederösterreichische Versicherung hier im Haus Margaretenstr. 71-73 einmarschiert ist, wird man diese Sicht revidieren müssen. Der Besitzer agiert vielfach wie ein Besatzer.

Schauen wir mal, wie der Werbeprospekt die Firmenphilosophie beschreibt: Unter “Was wir tun” heißt es: “Mit individueller Beratung und persönlicher Betreuung geben wir unseren Kunden Sicherheit, nehmen ihnen Sorgen ab (Hvhb. F. S. ) und sorgen dafür, dass alle negativen Folgen eines versicherten Ereignisses zu ihrer Zufriedenheit gelöst werden.” Und “Für wen wir arbeiten” verkündet: “Unsere Kunden bestimmen unser Handeln.” Siehe: Opens external link in new windownoevers.at/NoevNet/DasUnternehmen/UeberUns/Philosophie.htm

Natürlich ist diese Philosophie billige Ideologie, der obligate Marketingkauderwelsch, der die ganze Ökonomie in einem Licht erscheinen lässt, das ihre groben Vorhaben nicht ausleuchtet, sondern wegblendet. Was die Liegenschaften betrifft und die Mieter als seltene Spezies von abonnierten Zwangskunden, so ist von Sicherheit keine Spur. Im Gegenteil, da wird Sicherheit genommen und für Sorge gesorgt. Ziel der Versicherung ist die VerUNsicherung.

Die Niederösterreichische Versicherung sieht in ihren Mietern Untergebene, die, wenn sie nicht spuren, zu Feinden erklärt werden. Sie haben null Mitspracherecht, sie haben alle Maßnahmen hinzunehmen, vor allem das befohlene Geld abzuliefern und sonst den Mund zu halten. Mehr im Kapitel “Wohlmetzberger” bzw. Opens internal link in current window“Pseudokündigung”. Die schräge Welt der VerUNsicherung gedeiht auf Gehorsam und Duldsamkeit. Vorschreibung meint Vorschrift. Mieter der ihr gehörigen Häuser sind gehörige Mieter, also HÖRIGE, die gleich leibeigenen Bauern abliefern, was die Herrn Besitzer abgeliefert haben wollen. So geht man auch mit ihnen um. Und dabei ist eins nicht zimperlich. Mieter gelten da oft als renitente Schuldner, indes sie doch nichts anderes sind als die Zahler des Systems, das sie drangsaliert.

Die NV besitzt in Wien (Stand Ende Dezember 2007) knapp über 50 Häuser, Tendenz in den letzten Jahren leicht steigend. Siehe S. 45-46 des Geschäftsberichts 2007 auf Opens external link in new windowhttp://noevers.at/NoevNet/DasUnternehmen/UeberUns/Gesch%C3%A4ftsbericht.htm. Vor allem mit Dachausbauten glaubte man in den letzten Jahren ökonomisch reüssieren zu können. So auch in unserem Haus. Allerdings hat da nun auch die ökonomische Krise zugeschlagen. Die Mieten in Wien sind laut aktuellem Immobilien-Preisbarometer erstmals seit langer Zeit wieder rückgängig. So kostete in Margareten eine Mietswohnung im Oktober 2008 noch 12,32 Euro pro m², im November aber nur noch 11,39. Das sind immerhin 7,5 Prozent weniger. Auch die Niederösterreichische musste ihre Anbote für die Dachausbauten in unserem Haus Mitte November um fast 10 Prozent absenken. Anders als geplant sind die Wohnungen nicht wie die frischen Semmeln weggegangen, auch jetzt sind noch nicht alle weg.

Das vorrangige Ziel der Immobilienbranche besteht ja ganz banal in der Erhöhung der Renditen. Daher ist es ökonomisch sinnvoll, vor allem Leute mit niedrigen Mieten aus den Häusern zu drängen, um sie durch Parteien zu ersetzen, die oft das Doppelte bis Dreifache zahlen und auch noch brav sieben Monatsmieten im Voraus (4 Monatsmieten Kaution, 3 Monatsmieten Provision) abliefern. Einerseits.

Andererseits hat dieses restriktive System eine derartige Eigendynamik entwickelt, dass auch jene, die Höchstmieten zahlen, den Drangsalierungen nicht entgehen. So geschehen einer Familie aus München, die nach einigen Monaten das Handtuch geworfen und Österreich fluchtartig wieder verlassen hat. Das sind natürlich Geschichten, die normalerweise nicht an die Öffentlichkeit dringen. Unsere Recherche ist noch nicht weit gediehen, aber eines lässt sich schon sagen: Wo die VerUNsicherung fuhrwerkt, gibt es permanent Schwierigkeiten, die das obligate Maß übersteigen.

Wie das begrifflich zu fassen ist, kann hier nur angedeutet werden. Es ist eine Art niederösterreichischer, also tiefösterreichischer Hausherrenfeudalismus, der da um sich greift, einer, der manchmal sogar vor lauter herrschaftlicher Attitüde das ökonomische Kalkül aus den Augen verliert. Es ist ein System, das sich an seiner Herrschaftspose, an Schikane und Grobheit geradezu entzückt. Denn darin besteht seine Freiheit. Man will einfach demonstrieren, wer der Herr und wer das G’scher ist. Daher ist in diesem System auch so viel Platz für nachhaltige Einschüchterung. Am Beispiel der Pseudokündigungen werden wir das noch illustrieren. Aber auch sonst ist man nicht ohne. Der herrschaftliche Tonfall hat sich nicht erst einmal vergriffen. Sowohl in Anschreiben als auch in Auftritten. Er setzt auf Kommando statt auf Kommunikation, von Kooperation ganz zu schweigen. . Wir gehen davon aus, dass es in allen Häusern (siehe Liste) ähnlich zugeht wie bei uns und bitten daher um Unterstützung durch Informationen, aber auch durch Weitererzählen, Weiterverlinken und Weitermailen. Auf dass was weiter geht….

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