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   Saubere HändeWo passiert was? ImmobilienFall Wohlmetzberger2008-12-15 Seltener Astigmatismus
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung

Seltener Astigmatismus

Franz Schandl an Dir. Manfred Wohlmetzberger am 15. Dezember 2008

 

Sehr geehrter Herr Direktor Wohlmetzberger!

 

Ich muss schon sagen, Ihr letztes Schreiben [Brief vom 5.12, eingelangt am 9.12. 2008, F. S. ] hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut. Charmant in der Form, aber bestimmt im Inhalt. Nirgendwo ist die Rede von “entsetzlichen Vorwürfen” oder ähnlichem. Das freut. Hat da einer Ihrer besseren Advokaten nachgeholfen? – Nun, wenn dem so ist, so zeugt das davon, dass in der Niederösterreichischen die Sache allmählich in Ihrer Dimension erkannt wird. Die Juristen sind also mobilisiert und auch die PR- und Presseabteilung wird folgen…

 

Natürlich ist es erfreulich, zu lesen, dass Sie zugeben, dass die online Hausverwaltung einigen Unsinn gemacht hat. Wir behaupten das seit Langem. Zweifellos ist eine unseren TOP betreffende Betriebskostenabrechnung für 2007 nie zugestellt worden, lediglich eine Vorschreibung, und das einen Monat zu früh.

 

Die erste Anfrage (noch an die online) bezüglich Einsicht in die Belege der Betriebskostenabrechnung erfolgte übrigens am 11.8.2008 durch die MIG (Kopie liegt bei), wo bereits einige Unterlagen urgiert wurden (Versicherungspolizzen, Belege Wasser/Abwasser, Rechnung Entrümpelung Hellmann, Wartungsvertrag Otis), eine zweite (wiederum von der MIG) am 10. November und eine dritte (von mir) am 28. November. Da Sie bisher nicht antworteten, konnte ich nur annehmen, dass Sie mir mein Recht verweigern wollten.

 

Selbstverständlich werde ich jetzt Ihr Angebot annehmen, werde es (als auf unserer Mieterversammlung gewählter Mietervertreter) auch anderen interessierten Mietern mitteilen, damit mitkommen kann, wer mitkommen will, auf dass Ihnen nicht auch noch zusätzliche Termine entstehen. Wahrscheinlich komme ich am 23. Dezember, ich werde mich Ende der Woche noch bei Frau Heidelinde Bauer rühren, entsprechende Wünsche mitteilen und den Termin endgültig vereinbaren. Unabhängig davon ersuche ich die Unterlagen auch an die MIG auszufolgen.

 

Das Taubenschutznetz in die Betriebskosten einzurechnen, ist absolut konfliktträchtig. Zumindest hat der Gesetzgeber nie an solcherlei bei der Abfassung des MRG gedacht. Es handelt sich hier um eine sehr willkürliche Interpretation des § 21 MRG durch die Vermieterseite, die meiner Ansicht nach nicht gedeckt ist. Es gibt hierzu unterschiedliche Gerichtsurteile, meiner Information nach steht in den nächsten Monaten eine Entscheidung des OGH an. Wir werden sehen.

 

Unabhängig davon muss das Netz in unserem Innenhof weg. Die richtige Lösung ist die Nulllösung. Daran hat sich nichts geändert, die gemeinsame Beschau am 2. Dezember hat dies eigentlich nachdrücklich bestätigt. Und ich dachte, dass Sie selbst nun so weit wären, unseren Wünschen endlich nachzukommen. Tatsache bleibt, dass 9 betroffene Hausparteien, also ALLE Parteien festhalten, dass die Tauben in diesem Hof nie ein Problem darstellten.

 

Was soll ich nur zu Ihren “Zeugen” sagen? Nun, der Hausbesorger ist ihr Angestellter, er meinte sinngemäß, dass es im umstrittenen Hof weniger Tauben als im anderen gegeben hat, eine Aussage, die in ihrer Allgemeinheit zweifellos stimmt, aber nichts über die Notwendigkeit eines solchen Netzes sagt. Daraus eine Taubenpopulation zu folgern, ist verwegen, um es vorsichtig auszudrücken. Und Roswitha Rohrmüller [Name geändert, F. S. ] hat ja in ihrem Brief an Sie vom 11. Dezember dezidiert klargestellt, dass Sie von Ihnen nicht vereinnahmt werden will. Sie schreibt unter anderem:

 

“Der Nutzen bzw. die Notwendigkeit des Taubennetzes im Lichthof (Hof 1) wurde bei der Besprechung von keinem der Beteiligten in Frage gestellt. Der Wunsch um Demontage betrifft ausschließlich den Hof 2. Lt. Aussagen der betroffenen Parteien gab es in diesem Hof niemals ein Problem mit Tauben. Ich bitte um Richtigstellung und Kenntnisnahme meiner Aussage, da bei uns als Mieter die Ausgangssituation bzgl. der Tauben eine ganz andere war als im Hof 2 und ich auch deshalb die Sinnhaftigkeit eines Taubennetzes für Hof 2 nicht beurteilen kann. Doch muss ich zugeben, dass ich über den Ausblick aus dem Kinderzimmer der Familie Schandl etwas erschrocken bin, da das Netz sehr vordergründig sichtbar ist, wo dieser Hof ansonsten eine schöne Aussicht bietet und kann deshalb den Wunsch, das Netz wieder entfernen zu lassen, sehr gut nachvollziehen. ”

 

War wohl nix. Am allermeisten zweifeln muss ich aber an Ihren Augen. Entschuldigen Sie bitte, aber welch seltener Astigmatismus ist das, der Tauben sieht, wo es keine gibt, aber ein Netz nicht wahrnehmen will, das einem sofort ins Auge sticht? Man fragt sich. Sie wollen sich aus Ihrer Verantwortung stehlen und das Problem aussitzen. Das wird nicht gehen. Wir würden nie eine Wohnung anmieten, wo solch ein Netz vor den Fenstern hinge. Nur: ein solches haben wir jetzt vorgespannt bekommen. Wie drückte es der in Ihrem Schreiben völlig übergangene, aber am 2. Dezember anwesende Wiener Kinder- und Jugendanwalt Dr. Anton Schmid in seiner Mail am 11. November unmissverständlich aus:

 

“Ich bin aber dann in das Kinderzimmer von den Kindern der Fam. Schandl (im obersten Stock) gegangen und habe feststellen müssen, dass der Ausblick aus dem Fenster für Kinder untragbar ist. ”

 

Es ist übrigens ziemlich frech, mir vorzuwerfen, dass ich Bilder bearbeite, also im weitesten Sinn Fälschung betreibe. Das habe ich natürlich weder getan noch würde ich es können noch habe ich es nötig. Ich schlage also vor, dass Sie diese Behauptung zurücknehmen oder, nachdem Sie immer so gerne mit den Gerichten drohen, einen Medienprozess anstrengen. Der wäre sicher sehr erheiternd. Zumindest für mich und meinem diesbezüglichen Anwalt, Dr. Alfred Noll.

 

Den Fall Risser wollte ich gar nicht mit Ihnen diskutieren, es hat mir schon gereicht, was er oder auch viele andere Leute aus diversen Häusern der Niederösterreichischen Versicherung mir erzählt haben. Ich spiele hier auch ganz mit offenen Karten und Sie können meine Sicht der Dinge wie alle anderen Interessierten nachlesen auf http://www.streifzuege.org/texte_andere/str__081119-vogelkaefig.html. Und selbstverständlich sind die Kündigungsverfahren in unserem Haus einzustellen. Das sind doch Schikanen.

 

Die Konfrontation, ich glaube, das sollte inzwischen deutlich rübergekommen sein, die fürchte ich nicht. Allerdings wünsche ich sie auch nicht unbedingt. Wenn ich sie führen muss, werde ich das mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln tun. Ihren Bekanntheitsgrad habe ich ja bereits einigermaßen erhöhen müssen. Geben Sie etwa bei yahoo. com nur Ihren Namen ein und schon sind Sie auf meiner Seite gelandet.

 

Den siebensüßen Satz “Wir dürfen Ihnen versichern, uns auch künftig persönlich (sic! , F. S. ) um Ihre Anliegen zu bemühen”, den fasse ich gelinde gesagt fast als Drohung auf. Das klingt doch etwas seltsam, nachdem ich Anfang des Monats eine geharnischte Kündigungsankündigung, genannt “Letzte Mahnung” (eine erste und zweite ist zwar nie eingegangen) erhalten habe. Ich glaube umgekehrt, dass es mir besser tun würde, Sie kümmern sich weniger um mich. Doch man sollte die Hoffnung nicht aufgeben: Ich bin zuversichtlich, dass das Netz wegkommt und die monetären Differenzen einvernehmlich geklärt werden können. In diesem Sinne wünsche auch ich Ihnen ein besinnungsvolles wie friedvolles Weihnachtsfest und verbleibe ebenfalls

 

mit freundlichen Grüßen

Dr. Franz Schandl

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