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   Saubere HändeWo passiert was? ImmobilienFall Wohlmetzberger2008-12-18 Machenschaften von Wohlmetzberger II
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung

Master Manfred Wohlmetzberger

Zu den Machenschaften des Oberkommandierenden der Liegenschaften der Niederösterreichischen VerUNsicherung. Teil 2.

von Franz Schandl, 18. Dezember 2008

 

Freilich ist der Oberkommandierende auch eine Figur des Systems, ein Allmächtl eines wildgewordenen Immobilieneunwesens. Die Frage, ob Master Wohlmetzberger aus eigenem Antrieb agiert oder nicht, ist jedoch sekundär. Die psychische Zurichtung des Herren ist auch nur nachrangig von Interesse. Gefährlich ist zweifellos deren Ausrichtung. Primär wichtig ist, was abläuft, ob er dazu angehalten wird oder sich selbst anhält, macht für die Opfer dieser Unternehmenspolitik keinen Unterschied. Eine theoretisch wichtige Frage ist das aber zweifellos.

 

Wie die Niederösterreichische selbst in ihren Häusern angeschrieben ist, scheint ihr ziemlich egal zu sein. So überraschte man die Mieter vor einigen Monaten gar mit einem unschuldigen Angebot, doch ihre Haushaltsversicherung bei der Niederösterreichischen abzuschließen. Die meisten haben’s nach den Vorkommnissen als Provokation empfunden, einige haben ihrem Unmut auch schriftlich Ausdruck verliehen. Aber dieses mangelnde Vertrauensverhältnis wird für die VerUNsicherung nur dann zu einem Problem, wenn es sich monetär auswirkt. Mieter, wir sagten es schon, sind allerdings vertraglich gebundene Zwangskunden.

 

Was zählt, sind Geschäft und Gewinn, der Umgang mit den Menschen ist dagegen eine gering zu veranschlagende Größe. Über Wohlmetzberger heißt es: “Er ist tatsaechlich in seiner funktion sehr erfolgreich, stoesst vielleicht nicht immer auf mieterliche gegenliebe; sein job ist es allerdings, unseren hausbesitz in unserem interesse (und nicht zu vergessen im sinne unserer kunden, die mietertraege fliessen in nicht unbedeutendem masse in der lebensvers in form der gewinnbet an diese) bestmoeglich zu verwalten.” Das schreibt der Dr. Hubert Schultes, oberster Chef der Niederösterreichischen Versicherung in einer Mail vom 12. November an mich.

 

Hubert Schultes dürfte überhaupt eine Schlüsselfigur im schwarzen Firmengeflecht sein. Er ist Geschäftsführer der LK-NÖ Holding, Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung und Aufsichtsrat der NV Immobilien AG. Die NV Immobilien gehört zu 99 Prozent der Niederösterreichischen Versicherung. Diese wiederum gehört zu 13,22% der Uniqa Versicherungen AG, zu 11,89% der RH Versicherungsholding Gmbh (Raiffeisen) und zu 74,89% der LK-NÖ Holding GmbH. Die LK-NÖ Holding wiederum ist im Besitz der Niederösterreichischen Landes-Landwirtschaftskammer. Wir befinden uns also in den tiefschwarzen Eingeweiden niederösterreichischer Allmacht. Landeshauptmann Erwin Pröll ließ uns übrigens am 16. Dezember ausrichten, dass “das Land Niederösterreich nicht Eigentümer der Niederösterreichischen Versicherung ist. Wir haben keine Möglichkeiten auf die Entscheidungen einzuwirken.”

 

Dass Schultes sich hinter Wohlmetzberger stellt, ist aufgrund der innerbetrieblichen Konstellation nachvollziehbar, dass aber gleichzeitig alle Maßnahmen des Herrn Direktors einfach gedeckt werden, schon weniger. Wenn Wohlmetzberger aufgrund seiner mentalen Grundhaltung das Netz nicht demontieren kann, dann könnte dies doch Schultes für ihn tun. Was hält ihn ab? Die Unterlagen, vor allem die Fotos kennt er ja. Oder sitzt er Wohlmetzbergers Legende auf, dass ich diese nachgebessert habe? Oder denkt er sich gar nichts mehr?

 

Ganz generell, was tun? Der Fall Wohlmetzberger steht ja nur exemplarisch für viele andere. Man kann sich unterwerfen und alles gefallen lassen, man kann sich als Hauspartei dagegen zur Wehr setzen, man kann aber auch versuchen, diese Machenschaften zu hinterfragen und, wo und wenn geht, abzustellen, was natürlich nur im Kollektiv möglich ist.

 

Ersteres ist unerträglich, vor allem auch, weil die Macht solcher Masters vor allem auf der Ohnmacht, d. h. der Selbstentmächtigung der vielen gedeiht. Zweiteres ist nachvollziehbar, doch ändert es an den Zuständen nichts, maximal schafft man es, aus der Schusslinie zu kommen. Nur letzteres ist wirklich weiterführend. Dazu allerdings bedarf es großer Solidarität und kräftiger Kooperation. Nicht nur am Wohnungssektor, sondern auch in allen anderen gesellschaftlichen Sphären. Es geht also um eine Selbstermächtigung. Let’s try.

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