23 July 2017    
 
 
 
 
 
        Martinstraße 91
        2008-12 zum Vogelnetz
        2004 anonymisiert
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   Saubere HändeWo passiert was? ImmobilienFall Wohlmetzberger2008-12 zum Vogelnetz
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung

DOKUMENTATION VON STELLUNGHNAHMEN ZUM VOGELNETZ

(Auswahl)

Dr. Anton Schmid, Wiener Kinder- und Jugendanwalt (aus einem Mail an Dir. Wohlmetzberger vom 11. November 2008)

 

Sehr geehrter Herr Dir. Wohlmetzberger MAS,

leider war es mir seit ungefähr 2 Wochen nicht möglich Sie telefonisch zu erreichen. Wir hatten telefonisch vereinbart, dass ich das Vogelnetz mir vorort ansehe und ich Ihnen dann meine Eindrücke wiedergebe.

 

Sie haben insofern recht, dass vom Hof aus das Netz nicht sehr das Gesamtbild stört, wie Sie ja selbst bei Ihrer Vorortbesichtigung festgestellt haben.

 

Ich bin aber dann in das Kinderzimmer von den Kindern der Fam. Schandl (im obersten Stock) gegangen und habe feststellen müssen, dass der Ausblick aus dem Fenster für Kinder untragbar ist. ich würde Ihnen empfehlen Gleiches zu tun, damit Sie auch diesen Eindruck gewinnen können.

 

Außerdem muss ich leider festhalten, dass nicht – so wie Sie mir am Telefon versichert haben – nur Dr. Schandl und einige wenige Freunde von ihm diese Situation untragbar betrachten, sondern meiner Information nach alle Mieter dieses Hofes sich gegen das Netz aussprechen. Wie Mieter von anderen Höfen, die gleichfalls “vernetzt” wurden, dies sehen, entzieht sich meiner Kenntnis und ist auch für den an mich herangetragenen Fall als Jugendanwalt vorerst nicht wichtig.

 

Weiters haben Sie mir am Telefon erklärt, dass in diesem Hof die Tauben eine Plage darstellen und das Netz aus hygienischen Gründen aufgehängt wurde. nach Rücksprache mit mehreren MieterInnen wurde mir glaubhaft versichert, dass sich in diesem Hof nur ganz selten Tauben befinden. Da ich davon ausgehe, dass sich die MieterInnen öfters als Sie in dem Hof aufhalten, nehme ich die Version der MieterInnen als richtig an.

 

Sie werden verstehen, dass ich Ihre Information als nicht fair mir gegenüber bezeichne und darf festhalten, dass ich mich nun im Sinne meines gesetzlichen Auftrages (Wr. JWG §10) voll hinter die Interessen der Kinder stelle.

(… )

 

Ich gehe davon aus, dass sehr wohl eine psychische Gefährdung in der Entwicklung der Kinder möglich ist.

 

In der Hoffnung, dass Sie noch Umdenken und das Netz entfernen lassen, sehe ich noch genau 2 Wochen von der Veröffentlichung dieser Kinderfeindlichkeit durch Ihr Büro ab. Sollte nicht innerhalb dieser 2 Wochen ein Entfernungsauftrag mir schriftlich vorliegen, werde ich beginnend über die apa alle Medien über die von Ihnen prolongierte Kindergefährdung informieren.

***

Univ. Prof. Dr. Alexander Bruckner, Institut für Zoologie, BOKU Wien (aus einem Mail an Franz Schandl, 24. November)

 

Schaut ja übel aus. Und ihr seid’s nicht die einzigen: die Netze nehmen in Wien ziemlich überhand.

 

Nicht dass Euch das hilft, aber da Du um jede Auskunft gebeten hast: die Netze sind auch ein (möglicherweise beträchtliches? ) Artenschutzproblem, da seltsamerweise immer wieder Fledermäuse rein-, aber nicht mehr rausfinden. Die Viecher verdursten oder verhungern dann im Käfig. Fledermäuse geniessen den höchsten Schutz, den nichtmenschliches Leben in der EU überhaupt haben kann (FFH-Richtlinie), daher ist auch die MA22 (Naturschutz) bezüglich der Netze schon hellhörig geworden. Was aber sicherlich zuwenig ist, um da irgendeinen Hebel anbringen zu können.

 

Alles Gute jedenfalls.

Sie sind nicht allein - Profis helfen! Copyright © 2009
>