23 October 2017    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   Saubere HändeDiversesÄrztejargon
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge finden Sie hier Begriffe aus der Welt der Ärzte ( gefunden in der SüddeutschenZeitung ).

 

 

Abschieben

Einen Patienten ohne erkennbaren medizinischen Grund auf einen andere Station verlegen. Meist ein Zeichen dafür, dass der Patient nicht sehr beliebt ist oder seine verschiedenen gesundheitlichen Probleme nerven

Adipositas per magna

Vornehme Umschreibung für extremes Übergewiocht, das mit normalen Begriffen kaum noch zu beschreiben ist (siehe auch DDD und Idealgewicht und pinguis

Amortisations-Therapie

Das teure, neu angeschaffte Gerät muss ausgelastet werden. Der Patient droht ein Opfer unnötiger Untersuchung zu werden (siehe auch Araber-Gestüt und PP-Syndrom)

Anatomische Normvariante

Außergewöhnlich attraktive Patientin oder besonders gut gebauter Patient (siehe auch Idealfigur)

Anser

Gans, dumme (siehe auch Asinus und Capra und klimakterisch akzentuierte Vitalitätsschwankung

AOK-Schweine

Patienten der gestzlichen Krankenversicherung, egal welcher Kasse sie angehören ( siehe auch DDD )

AR

Steht eigentlich für Absolutes Risiko – einen Begriff aus der Statistik. Bedeutet aber im Klinikjargon, dass ein Patient einem unerfahrenen, jungen Arzt in die Hände fällt ( siehe auch RR und Jugend forscht )

Araber Gestüt

Aufwändig sanierte Privatstation, die hauptsächlich für Patienten aus dem vorderen Orient reserviert ist, wird manchmal auch als Dubai-Flügel bezeichnet ( siehe auch: Nervus rerum und PP-Syndrom und Morbus mediterraneum )

Asinus

Esel ( siehe auch Anser und Capra )

Athylismus

Alkoholismus (( siehe auch C-2-Abusus )

Balneotherapie angeraten

Patient sollte dringend baden oder duschen ( siehe auch Externes Pigment )

Bewässern

Älteren, ausgetrockneten Patienten etwas zu trinken geben, bzw ihnen mit Hilfe von Infusionen Flüssigkeit zuführen <8 siehe auch Morbus Freitag )

Bradiphrenie, maligne

Der Patient leidet an bösartiger geistiger Verlangsamung ( siehe auch Extraorbitanlinfraluminiert und DDD und Low-IQ-Syndrom )

Capra

Ziege, blöde ( siehe auch klimakterisch akzentuierte Vitalitätsschwankung )

Cave Linguam

Hüte deine Zunge, pass auf, was du sagst, Patient hört mit ( siehe auch Extra muros )

C.2.Abusus

C2H5OH ist die chemische Formel für Alkohol. Der Patient trinkt zu viel, ist vermutlich sogar Alkoholiker ( siehe auch Äthylismus )

C.p.

Von Lateinisch Caput Piger. Der Patient hat einen faulen Kopf, ist ein Drückeberger, Blaumacher, Faulpelz, der nur darauf wartet, von seinem Arzt frühberentet oder arbeitsunfähig geschrieben zu werden,

Compliance Versager

Patient der sich überhaupt nicht an die Empfehlung des Arztes hält siehe auch Therapieversager )

DDD

Das Triple-D steht für dick, diabetisch, doof. Einschätzung von Zuckerkranken, deren Blutzzucker immer wieder entgleist und die sich offenbar nicht an die Therapievorgabe der Ärzte halten können. / siehe auch Extraorbitantfaluminiert und Bbradyphrenie, maligne und Low-IQ-Syndrom )

Dekompensiert

Meint ursprünglich das Versagenoder einen bedrohlichen Funktionsverlust einzelner Organe. Mittlerweile aber allgemeine Bezeichnung für körperliche und/oder seelischen Zusammenbruch. Wird von Ärzten auch gern zur Beschreibung zwischenmenschlicher Schwierigkeiten gebraucht: „Sie fand unsere Beziehung insuffizient und ist dann völlig dekompensiert.“ ( siehe auch kompensiert und Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen )

Diarrhoe, verbale

Der Patient, seine Angehörigen oder andere Ärzte reden entschieden zu viel / siehe auch Logorrhoe, maligne oder Inkontinenz, sprachliche )

Einlauf

Ursprünglich Spülung oder Untersuchung des Dickdarms, bedeutet aber mittlerweile, Patienten mit besonders unangenehmen Untersuchungen zu traktieren

ssentiell

Der Arzt weiß auch nicht, was der Grund für die Beschwerden des Patienten ist, sag das aber lieber auf Latein ( siehe auch funktionell und idiopathisch=. Beispiel essentielle, idiopathisch-funktionelle Störung

Ex juvantibus

Versuchsweise Therapie, vielleicht hilft es ja und beruhigt den Patienten ()siehe auch u.a.f. )

Externes Pigment

Dreck, der Patient sollte sich mal wieder waschen / siehe auch Balneotherapie angeraten )

Extra muros

Wörtlich, außerhalb der Mauern, bedeutet – wie auch der Begriff „ante portas“ - dass etwas nicht für Patientenohren bestimmt ist

Extraorbitantfraluminiert

Über den Augen unterbelichtet, das heißt geistig nicht sehr rege ( sieh e auch Bradiphreni, maligne und Low-IQ-Syndrom )

FFFF

Fat, female, fecund, forty – steht für dick, weiblich, fruchtbar ( d.h. Hat Kinder=, vierzig ( Jahre alt ) undist die aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung für Menschen, die ein besonderes Risiko für Gallenstein und -koliken haben. Geht manchmal auch einher mit DDD

Flatulenz

Der patient lässt häufig Winde fahren ( siehe auch Halitosis und O.S.)

Funktionell

Der Arzt weiß auch nicht, was der Grund für die Beschwerden ist, sagt das aber lieber auf Latein (siehe auch essentiell und idopathisch). Beispiel: funktionelle, essentiell-idiopathische Störung

Gomer

Unbeliebter, meist älterer Patient, der neu aufgenommen werden muss. Aus dem Mediziner-Kultbuch „House of God“ von vielen Ärzten übernommene Abkürzung für „Get out of my emergency room“ ( siehe auch Abschieben und Turfen )

Habilitationsbraut

Zweite Frau oder neue Freundin oder neue Affäre, wenn erste Schritte der Klinikkarriere ( das heißt Facharztausbildung und eventuell Habilitation) abgeschlossen sind

Halitosis

Der Patient stinkt aus dem Mund ( siehe auch Flatulenz und O.S. )

Hyperaktiver Patient

Ein anstrengender Kranker, der viele Ärzte aufsucht und sich nach Zweitmeinungen und Zusatzgutachten erkundigt.

IAG

„In Amerika gewesen“ - Voraussetzung für eine erfolgreiche Klinikkarriere in Deutschland, immer noch besser, in Havard, Yale, Stanford oder Princeton den Fußboden gewischt zu haben, als während der Ausbildung in Deutschland geblieben zu sein (siehe auch Habilitationsbraut )

Iatrogen

Bedeutet soviel wie „ärztlich“. Bezieht sich meist auf durch Ärzte verursachte Komplikationen und Nebenwirkungen.

Idealfigur

Fränkisch oder schwäbisch oder hessische (je nach Region). Meint stark übergewichtige Patienten aus dem Umland der jeweiligen Klinik, die beispielsweise bei einer Körpergröße von 1,60 Metern 100 Kg wiegen und zumeist an einem Low-IQ-Syndrom und/oder Äthylismus leiden ( siehe auch DDD )

Idiopathisch

Der Arzt weiß auch nicht, was der Grund für die Beschwerden ist, sagt das aber lieber auf Latein (siehe auch essentiell und idopathisch). Beispiel: funktionelle, essentiell-idiopathische Störung

Igeln

Angebot von unnötigen undunwirksamen Untersuchungen und Behandlungen die von den Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Enorme Einnahmequelle für Ärzte in eigner Praxis ( siehe auch Verdünnerschein )

Inkontinenz, sprachlich

Ein Patient, Angehöriger oder ärztlicher Kollege kann die Worte nicht halten und redet entschieden zu viel ( siehe auch Diarrhoe, verbale oder Logorrhoe, maligne )

Insuffizienz

Schlecht, unzureichend – ist eigentlich alles im Krankenhaus: die Koperation der Patienten, die Unterstützung durch die Kollegen, die Bezahlung, die technische Ausstattung. Meint ursprünglich eine unzureichende Organfunktion. Wird von Ärzten gern zur Beschreibung zwischenmenschlicherBeziehungen gebraucht.: „Sie fand unsere Beziehung insuffizient und ist völlig dekompensiert.“ ( siehe auch kompensiert )

Jugend forscht

Unerfahrene Ärzte probieren eine ungesicherte Behandlung aus oder experimentieren im Labor ohne Sin und Verstand ( siehe auch AR )

Klimakterisch akzentuierte Vitalitätsschwankung

Anstrenge Patientin in den Wechseljahren ( siehe auch Anser und Capra )

Kompensiert

Zustand kurz vor dem Zusammenbruch kann sich auf Patienten beziehen, denen die Therapie zusetzt oder auf Ärzte die überlastet sind ( siehe auch dekompensiert )

Lauterbach

Nach einem beliebten Gesundheitsexperten benannte Umschreibung für einen Arzt, der besonders in Anwesenheit des Chefs viele Vorschläge macht, aber wenig davon umsetzt ( siehe auch Diarrhoe, verbale oder Logrrhoe, maligne oder Inkontinenz, sprachliche )

Logorrhoe, maligne

Der Patient redet zu viel ( siehe auch Diarrhoe, verbale oder Inkontinenz, sprachliche )

Low-IQ-Syndrom

Geistige Gemütlichkeit ( siehe auch Extraorbitalinfraluminiert und Bradyphrenie, maligne und DDD )

Mamma Pendulans

Hängebrust

Mauer

Ein Arzt, der nahezu jeden Neuzugang eines Patienten verhindern kann und deshalb in der internen Klinikhierarchie ganz oben steht ( siehe auch: Sieb )

Mietmail

Arzt, der fürstliche Honorare so genannte Fortbildungen auf so genannten Fortbildungsveranstaltungen der Pharmaindustrie hält ( siehe auch Pharmastrich )

Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen

Hat mindestens zwei Bedeutungen: s) schlechte Prognose, der Tod wird nicht mehr lange auf sich warten lassen ( siehe auch Vorgealtert ) b) Ende einer Beziehung ist absehbar, es wird bald zur Trennung kommen ( siehe auch Insuffizient und dekompensiert )

Morbus Freitag

Schwemme älterer Patienten zur Aufnahme am Freittagnachmittag, meist weil Angehörige, Hausärzte oder Heime die Betreuung der Senioren am Wochenende nicht übernehmen können oder wollen. Der Grund für die Aufnahme ist meist Flüssigkeitsmangel ( siehe auch: Bewässern )

Morbus mediterraneum

Klagende, sich beschwerende Haltung von Menschen mit Migrationshintergrund

Morbus Wochenende

Erhöhtes Krankheits- und Sterblichkeitsrisiko in Kliniken am Samstag und Sonntag, weil die ärztliche Versorgung dann deutlich reduziert ist.

MPU

Minimal publishable Unit, minimal publizierbare Einheit, kleinste Menge von Forschungsergebnissen, die gerade noch einer mittelmäßigen Fachzeitschrift veröffentlicht werden kann

Nervus rerum

Der Nerv der Dinge, der Kern der Sache – sprich das Geld ( siehe auch: PP-Syndrom )

O.S.

Oralsau, Fachbegriff unter Zahnärzten die damit Patienten meinen, die es mit der Mundhygiene nicht so genau nehmen ( siehe auch: Flatulenz und Halitosis )

Per ventum

Durch den Wind, der Patient ist verwirrt

Pharmastrich

Kongresse, Symposien und andere Veranstaltungen , die von der Pharmaindustrie finanziert werden und auf denen alle Redner Honorare von den Firmen erhalten, um die jeweiligen Produkte dezent aber entschieden anzupreisen ( siehe auch: Mietmaul )

Pinguis

Patient mit Gewichtsproblemen, der ziemlich dick ist ( siehe auch Adipositas per magna und Idealgewicht )

PP-Syndrom

Privatpatienten werden bevorzugt behandelt, auch wenn das nicht immer zu Ihrem Vorteil ist. ( siehe auch: Privatbehandlung und RR )

Privatbehandlung

Aufwändige, meist überflüssige aber lukrative Diagnostik und Therapie bei Privatpatienten

Privatier

Patient, der privat versichert und sich in der Klinik ein bisschen erholen will, aber keine ernsthaften Beschwerden hat.

Prognose, infauste

Der Patient hat nicht mehr lange zu leben ( siehe auch: dekompensiert und Mindeshaltbarkeitsdatum abgelaufen )

RR

Steht eigentlich für relatives Risiko – einen Begriff aus der Statistik. Bedeutet im Klinikjargon, dass ein Privatpatient dem Chefarzt in die Hände fällt und von diesem auch behandelt wird, obwohl der Chef seit Jahren diese oder jene Operation nicht mehr selbst gemacht hat ( siehe auch: AR und PP-Syndrom )

Schubinder , königlicher

Wendiger Assistenzarzt, der sich dem Chef anschmiegt und auf starke Unterstützung seiner Karriere hofft.

Sieb

Ein Arzt, der nahezu keinen Neuzugang eines Patienten verhinder kann und deshalb in der internen Klinikhierarchie ganz untes steht ( siehe auch: Gomer und Mauer )

Somatoform

Ursprünglicher Begriff, der die körperliche Ausprägung psychischer Beschwerden meint. Von Organmedizinern mittlerweile als schimpfwort für Patienten gebraucht, die psychisch labil oder auffällig sind. Wird häufig verwechselt mit idiopathisch-funktionell-essentiellen Symptomen, bei denen der Arzt lediglich verbergen will, das er keine Ursache für die Beschwerden findet.

Späte Reize

Der einzige Reiz den alten Männer haben, ist der Hustenreiz.“ Diese Erkenntnis findet sich ursprünglich in einem Patahlogie-Standardlehrbuch, hat sich aber verselbständigt, um Beschwerden bei Bronchitis zu beschreiben.

Therapieversagen, multiples

Der Patient hält sich nicht an die Empfehlungen des Arztes ( siehe auch: Complience Versager )

Turfen

International gebräuchlicher Ausdruck für das gekonnte Abschieben eines Neuzugangs ( siehe auch: Gomer under Mauer und Sieb )

U.a.f.

Ut aliquid fiat – deamit überhaupt etwas geschehe. Der Arzt hat zwar keine Ahnung, bietet aber dennoch eine Therapie oder Diagnose an, um den Patienten zu beruhigen. Besonders beliebt bei diopathisch-fonktionell-essentiellen Symptomen ( siehe auch z.W.d.G. )

Vegetativ labil

Patienten, die Symptome theatralisch übertreiben, zur Hypochondrie neigen oder Frühberentung oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung begehren. Wird häufig als Schimpfwort für Patienten mit smatoformen Beschwerden benutzt.

Verdünnerschein

Ein Patient in der Arztpraxis, der wenig Arbeit und Kosten verursacht und deshalb gerne gehalten wird, denn er „verdünnt“ das Budget des Arztes, der entsprechend mehr lukrative Patienten behandeln kann ( siehe auch Nervus rerum und PP-Syndrom )

Vorgealtert

Ein Patient sieht nicht nur deutlich älter aus als er ist, auch sein Herz, Kreislauf, die Niere oder sansysteme und Stoffwechselfunktionen sind weitaus schlechter als es dem kalendarischem Alter entspricht (( siehe auch: Mindeshaltbarkeitsdatum abgelaufen )

ZZ.W.d.G.

Zur Wiederherstellung der Gesundheit sollte zwar eigentlich der Zweck aller ärztlichen Bemühungen sein, es muss aber manchmal und von amanchen Ärzten besonders betont werden, dass sie den Patienten jetzt helfen wollen ( siehe auch: u.a.f. )


Werner Bartens – Das Ärztehasserbuch – ein Betroffener packt aus

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