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   Saubere HändeAktuelles
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung
< Internes aus dem BMEIA - Karrieresprünge von EX-Konsul Dedic und EX-Botschafter Dr. Lauritsch
15.11.2012 10:00 Alter: 5 yrs

Das Urteil im Mordprozess war vernichtend: schuldig!

Ein Artikel in der ZEIT berichtet über Vorgänge rund um Opfer von Kawadri zu denen man auch Dr. Adelsmayr, den wegen Mordes in den VAE veruteilten Arzt, zählen muss.


 Der Artikel ist in der heutigen Ausgabe "Die Zeit" zu finden.

Der Artikel wurde mit Links versehen. Ergänzende Information wird gekennzeichnet.


Das Urteil im Mordprozess war vernichtend: schuldig!

Der Salzburger Intensivmediziner Eugen Adelsmayr soll 2009 im Rashid-Hospital in Dubai einen querschnittsgelähmten Patienten durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Morphium getötet haben. Im Oktober 2012 wurde er dafür in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 53-Jährige spricht von einer Verschwörung gegen ihn; und wer weiß, vielleicht wäre er noch immer ein unbescholtener Mediziner, hätte er nicht auf Anraten der österreichischen Vertretungsbehörden Opens internal link in current windowMohammed Kawadri zu seinem Rechtsbeistand bestellt.



Mohamad Ziam Naim Al Kawadri
Sanitärhändler

laut Konsul Dedic
Vertrauensanwalt der Botschaft
in Abu Dhabi

Dr. Nikolaus Seiwald
1999-2006 Handelsdelegierter Abu Dhabi (WKO)

unter Dr. Seiwald wurde Kawadri bei der
Botschaft eingeführt * -Siehe Anmerkung unten


Dr. Wolfgang Penzias
ab 2006 Handelsdelegierter Abu Dhabi (WKO)
2012-08-19 Kriechbaum/Dedic/Kawadri


Dr. Clemens Daburon
offizieller Vertrauensanwalt
der Botschaft
in Abu Dhabi

Opens internal link in current windowLink

Botschafter Dr. Gerald Kriechbaum
war in Abu Dhabi

Opens internal link in current windowLink2012-09-06 Spindelegger


Botschafter Dr. Julius Lauritsch
abgezogen aus Abu Dhabi

Opens external link in current windowLink

Konsul Gerhard Dedic
abgezogen aus Abu Dhabi

Opens internal link in current windowLink

Dr. Paul Tanos
EAC 1

Außenminister Dr. Michael Spindelegger

Opens internal link in current windowLink

Justizministerin Dr. Beatrix Karl

Opens internal link in current windowLink

Mag. Ellison-Krammer
Schwindelegger
Dr. Adelsmayr

Dr. Katharina Moser
EAC 1

Dr. Johannes Kyrle
Ehemaliger Generalsekretär des BMEIA

Dr. Michael Tröthandl
EAC 1

 


* 19.08.2015 Anmerkung auf Wunsch von Dr. Seiwald:
Zitat aus Email:

leider sah ich erst jetzt die Home Page von "Saubere Hände". Darin behaupten Sie, dass ich als damaliger Wirtschaftsdelegierter in den VAE Hr Kawadri an die ÖB eingeführt hätte. Das stimmt nicht. Ich verlange eine Richtigstellung.
Tatsache: Herr Kawadri war auf einer Liste der Dolmetsch für das Emirat Sharjah.Diese Liste habe ich von meinen Vorgängern übernommen. Herrn Kawadri habe ich nie getroffen, nie gebraucht. Wir mussten bei Übernahme der Mission durch das BM sämtliche relevanten Unterlagen übergeben. Herr Kawadri wurde von der ÖB später ohne Rückfrage und Recherche beim AC als Vertrauensanwalt eingesetzt.

.......

Ich habe seinerzeit nach einem Presseartikel GS Kyrle mündlich informiert. ....

 

-----------

Das Mail von Dr. Seiwald ist ein starker Hinweis darauf, dass sowohl Justizminiterin Dr. Karl als auch der damalige Aussenminister Dr. Spindelegger den Nationalrat völlig falsch informiert haben dürften. Der ehemalige Generalsekretär Dr. Kyrle war dem Schreiben nach darauf bedacht die Vorkommnisse im BMEIA bzw. in der Botschaft in Abu Dhabi zu vertuschen, die Opfer Kawadris sind offenbar unwichtig. Verantwortlicher Minister war Dr. Spindelegger. Da es auch weitere Opfer des Herrn Kawadri geben soll, nach dem dies alles bekannt wurde ist, sollte man davon ausgehen, dass Verantwortliche zur Verantwortung gezogen werden und Schadenersatz anfallen wird. Die Realität sieht bis jetzt anders aus.

siehe auch Opens external link in new windowhttp://www.saubere-haende.org/typo3/index.php?id=483


 

1 Opens external link in new windowEAC  - European-Arabian Company - 2009-08-17 Kleine Zeitung - (EAC Aggregats - Dubai) Tanos, Tröthandl und Moser waren für den Inhalt des Prospekts für Investoren verantwortlich. Dr. Tanos war von 2205 weg Vorsitzender des Aufsichtsrates der die EAC, die laut Hinweisen auf hier ungenannten Quellen auf Grund eines Betruges abgewickelt werden mußte. Bei der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt ist ein Verfahren anhängig. Kawadri war an Vorgängen rund um die EAC beteiligt.

 


 

Fortsetzung Zeitungsartikel die Zeit .


Der Syrer Kawadri hat seinem Mandanten vor Gericht mehr geschadet als geholfen, wie Adelsmayr in seinem Buch Von einem, der auszog (Seifert Verlag) erzählt. Noch schlimmer: Der vermeintliche Anwalt ist gar keiner, wie das Justizministerium der Emirate bestätigt. Sein Doktortitel, den er angeblich an der Universität München gemacht hat, ist frei erfunden. Er besitzt lediglich eineOpens internal link in current window Lizenz als Sanitärhändler und verkauft unter anderem Toiletten.

Als Adelsmayer davon erfuhr, entzog er Kawadri die Vollmacht. »Das war ein noch größerer Fehler, als ihn zu beauftragen«, sagt Opens internal link in current windowIngvild Moritsch, eine Wiener Anwältin, die in den Opens internal link in current windowArabischen Emiraten arbeitet und Kawadris Machenschaften aufdeckte. Nun hatte Adelsmayr einen neuen Gegner: Kawadri selbst, der über ein eng geknüpftes Netzwerk im Wüstenstaat verfügt. Sogar der Hauptbelastungszeuge gegen den Österreicher, ein syrischer Arzt, war ein Bekannter Kawadris. »Die Verurteilung war danach nur logisch«, sagt Moritsch. Adelsmayr blieb das Gefängnis erspart, weil er bei der Urteilsverkündung in Österreich weilte.

Doch der Arzt ist nicht das einzige Opfer des falschen Advokaten. Die lange Liste der Vorwürfe richtet sich nicht nur gegen ihn, sondern auch gegen die österreichische Botschaft in Abu Dhabi und das Außenministerium in Wien. Vermittelt wurde Kawadri nach Aussagen mehrerer Betroffener von Gerhard Dedic, dem damaligen österreichischen Konsul in den Emiraten.

In Gesprächsprotokollen, die der ZEIT vorliegen, bezeichnet Opens internal link in current windowDedic Kawadri als »Anwalt« und empfiehlt seine Dienste auch in E-Mails. Das Verhältnis zwischen den beiden soll freundschaftlich gewesen sein.

Warum empfiehlt das österreichische Konsulat Landsleute in Not an einen Hochstapler? Weil man sich erst nach heftigen Beschwerden nach den Befähigungsnachweisen von Kawadri erkundigt habe, lautet eine Antwort des Außenministeriums. Und, man habe Kawdari auch nie als »Vertrauensanwalt namhaft gemacht«. Trotzdem hat der Sanitärhändler Kawadri eine Vollmacht der Botschaft vom Juni 2010, die ihn als »Legal Advisor« ausweist; unterschrieben von Konsul Dedic. »Kawadri geht immer nach dem selben Muster vor«, beschreibt Anwältin Moritsch. »Er lässt sich Vollmachten geben, deren Text auf Arabisch verfasst ist. Die Opfer glauben, es handele sich um reine Gerichtsvollmachten, dabei sind es aber Generalvollmachten.«

Auch der österreichische Immobilienunternehmer Ferdinand J.  unterschrieb so ein Papier. Ihm wurde 2007 von einem Geschäftspartner in den Emiraten Betrug vorgeworfen. Nach fünfmonatiger Haft wurde er von allen Vorwürfen freigesprochen. Kawadri habe habe in der Zwischenzeit, ausgestattet mit der Vollmacht, seine Firma verkauft, beklagt J. Nach einer Beschwerde beim Außenministerium wurde einzig ein Gespräch mit Dedic angeboten – das J. aus verständlichen Gründen ablehnte. (Anmerkung Saubere Hände: Dr. Penzias von der WKO hatte mehrfach zusammen mit Konsul Dedic angeboten, dass J. über die grüne Grenze gebracht werden könnte  -  das wäre möglicherweise sein Todesurteil gewesen, es gibt mächtige Gegner - die Staastanwaltschaft in Wr. Neustadt ermittelt zur Zeit ).

Ein deutscher Unternehmer, dem Kawadris Dienste von der deutschen Botschaft angeboten wurden, behauptet ebenso, dass seine Firma und sein Hotel verkauft wurden, während er unschuldig im Gefängnis saß.

»Ich habe in der Ohnmacht des Gefängnisses nichts dagegen machen können«, erzählt der 51-jährige. Der Opens internal link in current windowdeutsche Vizekonsul, mit dem Kawadri zusammengearbeitet haben soll, wurde 2011 wegen dem Vorwurf der Schlepperei in Berlin verhaftet.

Auch an denOpens internal link in current window von den Klienten abgenommenen Pässen verdient der vermeintliche Anwalt und verwendet sie laut Ingvild Moritsch um Einreisevisa für die Emirate zu besorgen. Er selbst bestreitet das in E-Mails, die der ZEIT vorliegen, gar nicht. Gerüchte besagen sogar, dass damit Prostituierte ins Land geschleust wurden – Kawadri meint dazu lediglich, darüber könne er nichts wissen.

Der Syrer Mohammed Kawadri Opens internal link in current windowverschleiert seine wahre Identität gerne. Viel ist über ihn nicht bekannt, nicht einmal sein genaues Alter. Er selbst sagt, er sei Opens internal link in current windowzwischen 61 und 73 Jahren alt. Er sei bereits 1998 für das österreichische Konsulat tätig geworden, seit 2008 habe ihm Konsul Dedic die Aufträge dafür schriftlich erteilt.

Mittlerweile laufen in den Emiraten zwei DutzendOpens internal link in current window Verfahren gegen den Sanitärhändler. In erster Instanz ist er wegen Betrugs zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Das österreichische Außenministerium hat die Zusammenarbeit mit ihm nach Berichten der Tageszeitung Kurier beendet.

Opens internal link in current windowInterne Ermittlungen gegen Gerhard Dedic wurden ebenso eingestellt, wie jene der Justiz wegen Betrug und Untreue. Österreichs Botschafter in den VAE, Julius Lauritsch, wurde diesen Sommer nach Wien zurückbeordert. Opens internal link in current window»Turnusgemäß«, wie das Ministerium beharrt, obwohl er noch nicht einmal drei statt der üblichen vier Jahre im Amt war. Auch Konsul Gerhard Dedic wurde von seinem Posten in dem Wüstenstaat abberufen. Er arbeitet haute als Referent in der Abteilung für Informationsvermittlung, Dokumentation und Wissensmanagement, dem Archiv des Außenministeriums in Wien.

 

Opens external link in new windowDie Zeit Ausgabe 15.11.2012

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