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Druckansicht generelle Unschuldsvermutung
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26.02.2013 08:35 Alter: 7 yrs

Der Kampf um eine banale Darstellung der Veranlagung von Wohnbaugeldern in NÖ


Der offenbar problematische Artikel!

LH Pröll - Herrn Armin Wolfs Erklärung für Fachunkundige zur Veranlagung der Wohnbaugelder verstehen sicher auch Sie!

ST. PÖLTEN: Generell gilt natürlich die Unschuldsvermutung!

Der ORF-Reporter Armin Wolf hat sich die Mühe gemacht und seiner Facebook-Fangemeinde anhand einen einfachen Beispiels erklärt warum LH Pröll bei seinen Angaben zur Veranlagung der Wohnbaugelder höchst unglaubwürdig ist. Der Einfachheit halber war die Idee Herrn Wolfs Beispiel unter Angabe der Quelle in den Bezirksblättern direkt zu zitieren. Herr Wolf intervenierte bei der Redaktion und teilte telefonisch mit, dass er es nicht wünscht von mir in den Bezirksblättern zitiert zu werden.

Der originale Text im Facebook läßt sich einfach mittels Google ermitteln, den prinzipiell einfach erklärbaren Sachverhalt können Sie aber nun auch hier nachlesen.

Sollte LH Pröll diese Zusammenhänge nicht kennen, dann ist sowohl er als auch der ehemalige Musiklehrer und Landesrat Sobotka falsch am Platz.
Sollte beide die Zusammenhänge kennen, dann muss man davon ausgehen, dass beide "ihre" NÖer hinters Licht führen wollen, und sind damit ebenfalls falsch am Platz.


Wie man es dreht oder wendet, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Ära Pröll zu Ende sein sollte - zuviele Probleme und Antworten aus dem letzten Jahrtausend. NÖ braucht ehrlichen Fortschritt statt Parteibuch- und Freunderlwirtschaft.


----------------- die Erklärung angeregt durch einen Facebook-Eintrag von Herrn Armin Wolf

In einem Gedankenaustausch mit dem Büroleiter des NÖ Finanzlandesrates auf Twitter, so berichtete Herr Wolf, faßt er den Entschluß den Sachverhalt darzustellen.

Herr Wolf möchte seinen originalen Text in den Bezirskblättern nicht zitiert sehen, daher erfolgt die Darstellung des Sachverhalts hier in eigenen Worten.


Ausgehend von der Behauptung des NÖ-Landeshauptmannes Pröll, der durchschnittliche Ertrag hätte 3,2% betragen und sei somit besser als jedes Sparbuch, läßt sich ganz klar darlegen wie LH Pröll die NÖer an der Nase herumführen wollte und nach wie vor tut.


Nehmen wir folgende Ausgangslage an: Herr X schuldet Ihnen 2.000€ , die er Ihnen in einem Jahr zurückgeben muss. Er bietet Ihnen aber an, sofort nur 1900€ statt in einem Jahr 2.000€ zu zahlen. Sie nehmen die 1900€ und legen diese an. Wieviel müssen Sie mit Ihrer Anlage erwirtschaften um nun einen Gewinn zu machen? Die Rechnung ist einfach, Sie müssen innerhalb eines Jahres 100,01€ verdienen, denn dann hätten Sie in einem Jahr 2.000,01€ und damit mehr als die 2.000€ die sie ursprünglich bekommen hätten.


Angenommen Sie hätten nur 30€ Zinsen geschafft, dann hätten Sie 1930€ statt 2.000€ und einen Verlust von 70€. Wenn Sie denken sollten, dass Sie 30€ "Gewinn" hätten, dann müssen Sie berücksichtigen, dass Sie ja ohne etwas zu tun nach einem Jahr 2.000€ bekommen hätten und nicht 1930€.


In Niederösterreich trug sich folgendes zu? Es wurden rund 4,4 Milliarden € veranlagt, wobei die Verzinsung zwischen 1,8% p.a. laut Rechnungshof, 2,2% p.a. laut Finanzlandesrat und 3,2% p.a. laut LH Pröll in den letzten 10 Jahren betrug. Hätte das Land die 4,4 Milliarden € besessen, dann wäre jede dieser Verzinsungen ein Gewinn gewesen. Diese Barmittel gabe es nicht, aber es gab Wohnbaudarlehen im Gesamtwert von rund 8 Millionen €.


Das sind Forderungen gegenüber den Darlehensnehmern, die man wie jede andere Forderung verkaufen kann. Zu berücksichtigen ist dass 100€ in 10 Jahren weniger Kaufkraft haben als 100€ heute da man die Inflation einrechnen muss. Weiters besteht das Risiko von Forderungsaussfällen. Beim Verkauf einer solchen Forderung werden diese Risiken durch einen Abzinsungsfaktoren berechnet, der Verkäufer erhält daher einen geringeren Betrag. Im Falle des Landes NÖ wurden aus den Forderungen von 8 Milliarden € in 20 Jahren mittels Abschlagsrate von 4,6% p.a. 4,4 Milliarden die das Land sofort erhielt und veranlagte. Exakt berechnen läßt sich dies mit finanzmathematischen Formeln, das Prinzip läßt sich wie folgt einfach darstellen.


Hier stellt sich nun die gleiche Frage wie im Beispiel vorher. Welche Verzinsung muss man erzielen um keinen Verlust zu realisieren? Es muss der Betrag der Abzinsung verdient werden. Im ersten Beispiel wurde um 5% abgezinst und damit aus 2000€ 1930€. Die Differenz von 70€ müssen mindestens verdient werden um einen Gewinn zu machen.


Nun wird das Problem von LH Pröll klar. Der Abzinsungsfaktor betrug 4,6% verdient wurden allerdings nur zwischen 1,8% und 3,2% je nach dem welcher Ausführung man Glauben schenkt, eine öffentliche Aufstellung dazu gibt es nicht.


Um die Differenz zu den 8 Milliarden € zu verdienen muss nun einiges geschehen, damit am Ende der Veranlagung kein Verlust heraus kommt.


Die erzielten Verzinsungen sind Erträge und keine Gewinne, da die Kosten von den Erträgen abgezogen werden müssen. Das wäre ähnlich, als ob Sie einen Kredit mit 4,6% aufnehmen und auf ein Sparbuch legen, dass 3,2% abwirft. Das Sparbuch liefert einen Ertrag, aber Sie haben trotzdem einen Verlust.


Der Landeshauptmann behauptet in einem Interview, dass sich über die gesamte geplante Laufzeit von 20 Jahren noch eine Durchschnitts-Verzinsung von 5 Prozent ausgehen wird. Das würde allerdings bedeuten, dass für die restliche Laufzeit mindestens 11,7% pro Jahr verdient werden müssen, falls die 2,2% stimmen die der Büroleiter des NÖ Finanzlandesrates angab.


Natürlich kann sich jeder selbst vorstellen, wie glaubwürdig die Angaben von LH Pröll waren.


Übrigens ist nicht zu vergessen, dass von den Erträgen noch 25% KEST zu bezahlen sind und damit die Lage noch schlechter aussieht als von LH Pröll dargestellt. Die Inflation sollte auch nicht steigen, da man diese Differenz zusätzlich verdienen muss.


So gesehen spielt man wie im Kasino und wettet darauf, im Laufe von 20 Jahren durchschnittlich 4,6% zu verdienen. LH Pröll behauptet, dies solle mit sicheren Veranlagen möglich sein, die ähnlich denen gestaltet sind wie die von Pensionskassen.


Das Lob für die beispielhafte Darstellung lassen Sie bitte Herrn Wolf zukommen, ich habe nur mit eigenen Worten wiederholt, was mir untersagt wurde zu zitieren.

 


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